FAQ
Auf welchen Untergründen kann mit Lehm verputzt werden bzw. sind Putzträger erforderlich?
Auf allen Untergründen, auf denen bislang herkömmliche Putze verwendet wurden, können THERMOLUT-Lehmputze aufgebracht werden. Auf glatten Massivuntergründen, außer auf Porenbetonsteinen (z.B. YTONG), die reichlich vorgenässt werden müssen, ist immer mit ASO-PG07 vorzugrundieren.
Im Holzbau wird auf Rauschalung, OSB, oder Spanplatten das THERMOLUT-Schilfrohrgewebe als Putzträger befestigt. THERMOLUT-Holzweichfaserdämmplatten werden direkt verputzt. In die oberste Putzschicht wird im Holzbau oder bei thermisch belasteten Untergründen ein Armierungsgewebe in Form von Jute- oder dem Glasgittergewebe-07 eingearbeitet.
Im Holzbau wird auf Rauschalung, OSB, oder Spanplatten das THERMOLUT-Schilfrohrgewebe als Putzträger befestigt. THERMOLUT-Holzweichfaserdämmplatten werden direkt verputzt. In die oberste Putzschicht wird im Holzbau oder bei thermisch belasteten Untergründen ein Armierungsgewebe in Form von Jute- oder dem Glasgittergewebe-07 eingearbeitet.
Können Wandheizungen mit Lehm verputzt werden?
Wandheizungssysteme können mit THERMOLUT-Lehmputzen ohne Einschränkung verputzt werden. Nach der Montage des Wandheizungssystems wird THERMOLUT-UP11 oder –UP12 bündig mit dem Heizungsrohr aufgebracht. Nach dem Austrocknen wird mit THERMOLUT-UP11 oder -UP12 eine weitere Schicht, inkl. Glasgittergewebe-07, appliziert. Diesen lässt man ebenfalls austrocknen. Danach kann mit THERMOLUT-OP23 oder –OP24 bzw. THERMOLUT-FP35 weitergearbeitet werden.
Müssen Wandheizungen beim Verputzen vorgeheizt werden, um Risse zu vermeiden?
Durch die hohe Elastizität der THERMOLUT-Lehmputze ist das Vorheizen einer Wandheizung nicht erforderlich. Es wird kalt verputzt und dann kann die Wandheizung mit der höchstmöglichen Vorlauftemperatur des Heizsystems sofort in Betrieb genommen werden. Dadurch trocknet die Lehmputzschicht schneller aus. Risse im THERMOLUT-UP, die vor allem bei großen Schichtstärken entstehen, sind durchaus normal. Die Kornstruktur des Putzes ist so konzipiert, dass der nachfolgende THERMOLUT-FP35 eine optimierte Oberfläche zur Verankerung antrifft. Der THERMOLUT-FP35 darüber bleibt dann rissfrei.
Wann ist Lehmputz trocken?
Sobald die Farbe einer fertigen THERMOLUT-Lehmputzoberfläche an allen Stellen von dunkel auf hellbeige umschlägt, ist der Lehmputz trocken und fest. Je mehr Luftwechsel stattfinden, desto schneller erfolgt die Trocknung. THERMOLUT-Lehmputz trocknet nur durch Verdunstung des Anmachwassers im Mörtel, daher können keine fixen Trocknungszeiten angeben werden. Bei normalen Putzstärken und ausreichender Baustellen-Durchlüftung, dauert die Trocknung auf üblichen, trockenen Ziegelmauern ein paar Tage – Faustregel: 1-1,5 mm Trocknung pro Tag bei guter Belüftung. In der kalten Jahreszeit kann künstliche Trocknung erforderlich werden, in den warmen Monaten trocknet der Lehmputz in der Regel auch schneller. Vorteil: THERMOLUT-Lehmputz auf Wandheizungen kann sofort nach Fertigstellung innerhalb von 24 - 48 Std. mit voller Leistung durchgetrocknet werden. Denn er kann nicht "verbrennen", weil echter Lehmputz das Wasser nicht für eine chemische Abbindung benötigt, wie es bei konventionellen Putzsystemen der Fall ist.
Bei welchen Temperaturen kann Lehmputz verarbeitet werden?
Unter +4°C sollte Lehmputz nicht verarbeitet werden.
Darf noch frischer Lehmputz Temperaturen unter 0°C ausgesetzt werden?
Temperaturen ab 0°C zerstören oder schädigen den Lehmputz, so wie es bei jeder anderen Art von Putzen auch der Fall ist. Daher unbedingt auf Frostsicherheit während der Trocknungszeit achten und dabei aber die erforderliche Lüftung berücksichtigen ! Der Unterschied zu konventionellem Verputzen ist jedoch, dass ein frostgeschädigter, echter Lehmputz abgetragen und erneut verarbeitet werden kann. Durchgetrockneter Lehmputz ist dagegen auch gegen extreme Kälte unempfindlich.
Was passiert, wenn unverarbeiteter Lehm gefriert?
Erfahrungswerte haben gezeigt, dass feuchter Lehm durch Frost keinen Schaden erfährt. Wir empfehlen jedoch erdfeuchte THERMOLUT-Lehmputze bei der Lagerung im BigBag, wenn möglich, nicht dem Frost auszusetzen.
Darf man THERMOLUT-Lehmputze mit anderen Baustoffen mischen?
THERMOLUT-Lehmputze sind fertig gemischt und werden nur mit Wasser auf Mörtelkonsistenz gebracht, um verarbeitungsfertig zu sein. Zement, Kalk, Gips oder andere chemische Zusätze dürfen nicht beigemischt werden, da dies die Eigenschaften des Lehmputzes in bauphysikalisch-technischer und baubiologischer Hinsicht verändern würde.
Ist bei Innendämmungen, die mit Lehm verputzt werden, eine Dampfsperre oder Dampfbremse notwendig?
Eine Dampfbremse kann unter folgenden Umständen entfallen: Wandaufbau mit vollflächigem THERMOLUT-Unterputz in Kombination mit THERMOLUT-DP180, fachgerechte Anwendung und Verarbeitung vorausgesetzt, auch bei der Ausführung der luftdichten Anschlüsse, z.B. zu Giebelwänden und Dachfenstern im Dachausbau. Dann erfüllt der THERMOLUT-Lehmputz zugleich die Funktion einer kapillar aktiven Dampfbremse.
Was bedeutet Schimmel auf Lehmoberflächen?
Grundsätzlich bieten Lehmoberflächen mit ihrer niedrigen Gleichgewichtsfeuchte von weit unter 5% und der Fähigkeit, Feuchte rasch abzugeben, keinerlei Lebensmöglichkeiten für Schimmelpilze. Diese Pilzarten brauchen wesentlich höhere Feuchtigkeitsbedingungen von über 15% und das über einen gewissen Mindestzeitraum, um sich zu entwickeln. Schimmel kann auf Lehmoberflächen nur während der Trocknungsphase bei ungenügender Lüftung entstehen. Nach dem Austrocknen des Putzes hat er keine Lebensgrundlage mehr. Erfahrungswerte zeigen, dass sich auf THERMOLUT-Lehmputz auch unter ungünstigen Bedingungen keine gefährlichen Schimmelpilzarten entwickeln. Der Grund für dieses gute Ergebnis ist, dass die in THERMOLUT-Lehmputzen verwendeten Strohhechsel nur sehr schwer abbaubar sind. Des Weiteren verwendet SCHOMBURG keine chemischen Zusätze, da diese organisch sind. Organische Verbindungen in Lehmputzen können unter Umständen den Nährboden für problematische Schimmelpilzarten bilden.
Können Lehmprodukte Allergien auslösen?
Bis heute sind keine allergischen Reaktionen auf unverfälschten, natürlichen Lehm bekannt geworden. Lehm ist daher ein außergewöhnlich gut verträgliches Material.
In welchen Räumen kann Lehmputz eingebaut werden?
Als Langzeitinvestition in ein gesundes Raumklima sollte Lehmputz natürlich in allen Räumen eingebaut werden. Vor allem im Bad kann der Lehm seine besondere Eigenschaft als Feuchtepuffer zeigen. Spiegel- und Fensterflächen beschlagen nicht mehr, oder wenn sie nach sehr langem Duschen doch beschlagen sollten, sind sie nach kürzester Zeit wieder frei von Schlieren und Beschlag. Auch Schimmel hat keine Chance in Fugen und Ecken, wenn die Fliesen auf ein vernünftiges Flächenausmaß reduziert werden, anstatt das Bad, wie häufig ausgeführt, bis zur Decke mit relativ kalten und daher häufig kondenswasserbeschlagenen Fliesen zu versiegeln.
Lehmputz in der Küche und in Raucherhaushalten:
Wie im Bad kann hochwertiger Lehmputz auch in der Küche nicht die Lüftung ersetzen. Aber er kann Gerüche binden oder neutralisieren. In Raucherhaushalten hat man außerdem am Morgen nicht mehr den Geruch nach kaltem Rauch, wenn am Vorabend viel Nikotin konsumiert wurde. Denn auch Formaldehyde und Kohlenwasserstoffe werden vermutlich auf katalytischem Weg vom Lehm neutralisiert.
Lehmputz in der Küche und in Raucherhaushalten:
Wie im Bad kann hochwertiger Lehmputz auch in der Küche nicht die Lüftung ersetzen. Aber er kann Gerüche binden oder neutralisieren. In Raucherhaushalten hat man außerdem am Morgen nicht mehr den Geruch nach kaltem Rauch, wenn am Vorabend viel Nikotin konsumiert wurde. Denn auch Formaldehyde und Kohlenwasserstoffe werden vermutlich auf katalytischem Weg vom Lehm neutralisiert.
Welche Farben können auf Lehmoberflächen verwendet werden?
Rein technisch gesehen können alle Arten von diffusionsoffenen Farben auf THERMOLUT-Lehmputzen verwendet werden. Optimal wäre es die Lehmputzoberflächen unbehandelt zu lassen oder THERMOLUT-CP40 Lehm-Colorputze als farbige Gestaltungsmöglichkeit zu verwenden. Möglich sind auch reine Kalk- oder Kaseinfarben. Die wichtigste Eigenschaft, die ein nachfolgender Anstrich jedoch haben muss, ist die Diffusionsfähigkeit und Kapillarität, um den Effekt der THERMOLUT-Lehmputze nicht einzuschränken.
Können Lehmputze sanden?
THERMOLUT- Lehmputze sind nicht mit chemischen Stabilisierungsmitteln versetzt, die unter allen Umständen die Gefahr des Absandens verhindern sollen. Wenn echter Lehmputz nicht zum richtigen Zeitpunkt abgerieben wird, besteht die Möglichkeit, dass er absandet. Sobald der Putz durch das Abreiben nicht mehr zerstört wird („lederhart“), sollte deshalb mit dem Reiben begonnen werden, dann erhält die Oberfläche ihre volle Festigkeit. Mit einem Latex-Schwammbrett geriebene Putzoberflächen werden vor dem Streichen mit Wandfarbe mit einem weichen Besen leicht abgekehrt, damit einzelne, lose Sandkörner entfernt werden. Für Oberflächen die ungestrichen und ganz im Naturfarbton belassen werden sollen, wählt man am besten eine der Möglichkeiten der verdichtenden Oberflächenbearbeitung mit dem Holz- oder dem Styroporbrett oder mit einer Glättkelle, diese Technik ist allerdings etwas arbeitsintensiver als das Reiben mit einem Latex-Schwammbrett.
Was kann man über die Lebensdauer von Lehmputzen aussagen?
Lehmputze, die bautechnisch sorgfältig ausgeführt worden sind, überdauern viele Generationen und erlauben auch wegen ihrer Langlebigkeit nachhaltiges Bauen. Echte Lehmbaustoffe nehmen mit der Zeit sogar an Festigkeit zu. Es gibt auch heute noch Lehmhäuser, die Jahrhunderte alt sind. Sind nach einiger Zeit Umbaumaßnahmen geplant, kann Lehmbaustoff sogar wiederverwendet und erneut eingebaut werden.
Werden Lehmputze weich, wenn die Luft feucht ist?
Nein, auch in Bädern, wenn durch Duschen oder Baden eine stark erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht, verliert der THERMOLUT-Lehmputz seine Festigkeit nicht. Lehmputze können Luftfeuchte in großen Mengen schadlos aufnehmen. Wenn er aber seine Gleichgewichtsfeuchte erreicht hat, nimmt er keine weitere Feuchte aus der Luft auf und bleibt deshalb trotzdem fest.
In welcher Form wird Lehm im modernen Hausbau eingesetzt?
Auch ein theoretisch fast unbegrenzt verfügbarer Rohstoff wie Lehm sollte sinnvoll und ressourcenschonend eingesetzt werden. Es geht vor allem um das optimale Verhältnis zwischen Speichermasse und Wärmedämmung in der Wandkonstruktion. Im Niedrigenergiehaus liegt das Optimum der Speichermassen zwischen 3 und 8 cm schwerem Lehmbaustoff. Bei diesen Dimensionen ist bei Lehmputzen auch die Feuchteregulierung gewährleistet. Die Kombination von Lehm als schwerem und vielseitig einsetzbaren Baustoff mit dem leichten, hochbelastbaren Werkstoff Holz ermöglicht heute optimierte Konstruktionen, die alle Vorteile des Massivbaus mit denen des Leichtbaus verbinden.
Lassen sich Gipskartonplatten mit Lehm verputzen, um das Raumklima zu verbessern?
Dies ist durchaus möglich. Sowohl Gipsfaser- als auch Gipskartonplatten sind als Trockenbauplatten zum Verspachteln und anschließendem Streichen gedacht. Vor Applikation des Lehmputzes muss der quarzgefüllte Haftgrund ASO-PG07 aufgebracht werden. Damit Lehmputz aber seine positiven Eigenschaften auf das Raumklima ausspielen kann, wie z.B. das Feuchte-Aufnahmevermögen, muss eine Schichtstärke von mindestens 15-20 mm aufgetragen werden.
Lassen sich Lehmbaustoffe bei der Sanierung auch im Altbau einsetzen?
Bei vorindustriellen Gebäuden mit einem Baujahr um 1900, bieten sich THERMOLUT-Lehmputze aus bauphysikalischen Gründen optimal an. Für energetische und thermische Verbesserungen im Altbau durch Innendämmung der Außenwände ist das THERMOLUT-System mit Holzfaserdämmplatte und Lehmputzen entwickelt worden. Bei den jüngeren Altbauten ist die Auswahlmöglichkeit größer, aber echte Lehmbaustoffe sind sicher die erste Wahl aufgrund ihres Potenzials zur Verbesserung des Raumklimas und des Komforts, z.B. durch Wandheizungen unter Lehmputz. Daher bieten wir regional Beratung und Besichtigung des zu sanierenden Objekts durch die Anwendungstechnik und den Außendienst an. Denn jedes Altbau-Objekt muss individuell analysiert werden, damit, abgestimmt auf die Analyse, ein ganzheitliches Sanierungskonzept erarbeitet werden kann.
Lassen sich THERMOLUT-Lehmputze auch maschinell verarbeiten?
Ja, es gibt spezielle Lehmputzmaschinen, jedoch können THERMOLUT-Lehmputze auch mit konventionellen Putzmaschinen wie z.B. PFT-G4 verarbeitet werden.
Welche Vorteile hat Lehmputz wirklich?
Echter THERMOLUT-Lehmputz hat eine ganze Reihe von günstigen Eigenschaften, z.T. sogar einzigartige. THERMOLUT-Lehmputze sind Putze, bei denen der Tonanteil im Lehm das einzige Bindemittel ist. Es gibt jedoch eine Reihe von Produkten auf dem Markt, die auch als sogenannte "Lehmputze" verkauft werden, bei denen das nicht so ist. Bei diesen wirkt der Lehm jedoch nicht als Bindemittel, sondern eher als Zuschlag und färbende Komponente. In den Eigenschaften ähneln solche Putze mehr den Kalk- bzw. Gipsputzen als den Lehmputzen. Weiterhin sind sogenannten "Lehmputze" erhältlich, die normale pH-Werte haben, aber chemisch stabilisiert sind, was für den Verbraucher praktisch nicht erkennbar ist. Übliche bauchemische Zusätze können die mikroskopischen Kapillaren (Poren) im Lehm beeinträchtigen und die Eigenschaften des natürlichen Lehms komplett verändern. THERMOLUT-Lehmbaustoffe verdanken ihre außergewöhnliche Wirkung auf das Raumklima vor allem der enormen Feinstkapillarität (Porengröße bis weniger als 1 Millionstel mm). Dadurch kann ein einziges Gramm Lehm etwa 20 m2 innere Oberfläche aufweisen, weit mehr als jeder andere Baustoff. Diese inneren Oberflächen haben ein riesiges Potential Raumluftfeuchtigkeit auszutauschen und zu regulieren. Die positiven Eigenschaften echter Lehmbaustoffe können durch die beschriebenen Stabilisierungsmittel in Lehm - Mixturen schnell verloren gehen, da die extreme Feinstkapillarität des Naturmaterials grundsätzlich sehr empfindlich auf Zusätze reagiert.
Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ im Bezug auf einen Baustoff?
Die Herstellung und Verwendung eines Baustoffes darf die Lebensbedingungen künftiger Generationen nicht belasten und nicht verschlechtern. Naturreiner, nicht stabilisierter THERMOLUT-Lehm als Baustoff kann diese Bedingungen erfüllen wie kein anderer Baustoff, da er wiederverwendbar bzw. abfallfrei verarbeitbar ist und mit vergleichsweise sehr geringem Energieeinsatz hergestellt wird. In Kombination mit nachwachsenden Baustoffen wie Holz und Naturdämmstoffen können hoch wärmegedämmte Baukonstruktionen mit geringstem Heizenergieverbrauch hergestellt werden.
Warum sollte heute wieder mit Lehm gebaut werden?
Der moderne Mensch verbringt bis 90% seiner Zeit in geschlossenen Räumen. Aus gesundheitlichen Gesichtspunkten ist es daher wichtig, darauf zu achten, mit welchen Baustoffen man sich umgibt. Der Baustoff Lehm in seiner natürlichen, unveränderten Form bietet eine passende Alternative zu konventionellen Baustoffen und kann bei fachgerechter Planung ökonomische, ökologische und baubiologische Vorteile auf einzigartige Weise in Korrelation bringen.
Bindet Lehm Schadstoffe und Gerüche?
Naturreiner Lehm ist in der Lage, effektiv Schadstoffe aus der Raumluft wie z.B. Zigarettenrauch in seinem Inneren zu speichern oder z.T. abzubauen. Gerüche werden ebenso neutralisiert. Über den Wirkungszusammenhang ist aber wenig bekannt.
Stimmt es, dass Lehm mit geringem Energieeinsatz hergestellt und verarbeitet wird?
Im Allgemeinen erfordert die Herstellung und die Verarbeitung von THERMOLUT-Lehmputzen einen durchaus geringeren Anteil an Energie, als für herkömmliche Bauverfahren aufgewendet werden muss.
Wie groß ist die Lebensdauer von Lehmputzen ?
Eine erhebliche Anzahl historischer Lehmhäuser in ganz Mitteleuropa beweisen heute noch die jahrhundertelange Haltbarkeit von Lehmbaustoffen. Unter der Voraussetzung eines gut instand gehaltenen Bauwerks, ist Lehm ein Baustoff, der an Dauerhaftigkeit vielen anderen Baustoffen weit überlegen ist.
Schadet Lehm dem Baustoff Holz, wenn er damit in Kontakt kommt?
Nein, im trockenen Zustand entzieht naturreiner Lehm Pflanzenfasern durch seine kapillare Wirkung jede mögliche Feuchte. Bei normalem Innenraumklima liegt seine Gleichgewichtsfeuchte unter 5 % und ist damit deutlich geringer als bei Holz. Dadurch konserviert Lehm den Baustoff Holz erfahrungsgemäß über einen sehr langen Zeitraum. Holzbalken dürfen daher z.B. nur mit reinem Lehmmörtel direkt eingemauert werden, bei der Verwendung von Kalk- oder Kalkzementmörtel muss das Holz vom Mauerwerk getrennt gehalten werden, da sonst eine Zerstörung des Holzes nicht ausgeschlossen werden kann.
Wie sieht es mit der Selbstbau - Eignung aus?
Prinzipiell sind viele Lehmbautechniken mit handwerklichem Geschick leicht ausführbar. THERMOLUT-Lehmputze brauchen nur mit Wasser angerührt werden und sind dann gebrauchsfertig. THERMOLUT-Lehmputze eröffnen viele Möglichkeiten kreativen Gestaltens.
Ist Lehm abfallfrei?
Ja, natürliche, unverfälschte Lehmbaustoffe können beliebig oft wiederverwendet werden. Sie sind quasi erneuerbar. Ebenso kann man Lehmmörtelreste z.B. nach einem Umbau auch zusammen mit Bioabfall kompostieren. Bei richtigem Mischungsverhältnis entstehen dadurch wertvolle Ton-Humuskomplexe im Kompost, die zusammen mit dem Sandanteil den Boden lockern und seine Fruchtbarkeit fördern.
Stimmt es, dass Lehmoberflächen eine doppelt so gute Wärmerückstrahlung aufweisen wie normale Baustoffe?
Dieser Effekt wird in der einschlägigen Literatur sehr oft beschrieben. Auch in der Praxis fühlen die meisten Menschen den Unterschied, dass es in einem mit echtem Lehm verputzten Raum bei gleicher Temperatur einfach behaglicher ist, als in einem konventionell verputzten.
Welche Grundierungen gibt es für THERMOLUT-Lehmputze?
- Grundierung auf alten Lehmputzen erfolgt mit Wasser – gutes Vornässen und Aufrauhen des Untergrundes ist ausreichend
- Grundierung mit einer Quarzsand gefüllten Dispersionsgrundierung ASO-PG07, um die Saugfähigkeit stark saugender Untergründe zu reduzieren und eine gewisse „Rauhigkeit“ zu erzeugen
Welche Erfahrungen gibt es mit Kaseinfarben?
Die Kombination von hochwertigen, echten Lehmputzen mit echter Kaseinfarbe hat sich bestens bewährt. Die Farbe trocknet auf THERMOLUT-Lehmputz in kürzester Zeit und ist damit langzeitbeständig. Als reine Kaseinfarbe vergilbt sie über die Jahre nicht und ist sehr gut verarbeitbar, wischfest und strapazierfähig. Sie wird in trockener Pulverform ausgeliefert. Daher ist auch keinerlei Konservierungsmittel in der Farbe notwendig.
Gibt es auch unechte Kaseinfarben?
Ähnlich wie bei Lehmputzen gibt es auch bei Kaseinfarben Imitationen, bei denen konventionellen Farben nur geringe Mengen Kasein zugesetzt werden. Solche Mischungen können dazu neigen, zu vergilben, und sie enthalten in der Regel Konservierungsmittel weil sie gebrauchsfertig in flüssiger Form im geschlossenen Gebinde angeboten werden.
Wo kann man Kaseinfarben nicht einsetzen?
Keinesfalls auf feuchten Untergründen einsetzen, dies ist aber auch mit anderen Farben problematisch. Kaseinfarben müssen innerhalb von 24 Std. austrocknen können damit sie dauerhaft sind. Alte, schlecht haftende Anstriche müssen vor dem Streichen mit Kaseinfarbe vollständig entfernt werden, da echte Kaseinfarbe einen starken Zug auf den Untergrund ausübt.
Was ist eine "Lehmfarbe"?
Dieser neuerfundene Begriff bedeutet nichts Konkretes, er zielt vermutlich auf das positive Image des Begriffs "Lehm". Verschiedenfarbige Arten von Lehm sind als farbige Erdpigmente seit der Steinzeit Bestandteil von Farben, die normalerweise auf Basis ihrer vorwiegenden Bindemittel benannt werden: z.B. Kalk für Kalkfarben, Kasein für Kaseinfarben, Kunstharz für Kunstharzfarben etc. Lehm dagegen eignet sich nicht als Bindemittel für Wandfarben.
Was ist die Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl? (µ-Wert)
Der sogenannte µ-Wert gibt an, wie dampfdiffusionsdicht ein Baustoff ist. Diese Zahl gibt an, wie hoch der Diffusionswiderstand eines Baustoffs im Vergleich zu einer Luftschicht wäre. Je höher dieser Wert, desto diffusionsdichter ist der Baustoff.
Ein Beispiel: Die THERMOLUT-DP180 mit 100 mm Stärke hat einen µ-Wert von 5. Daher hat diese 100 mm dicke Platte nur einen Diffusionswiderstand wie eine 50 cm dicke Luftschicht (10 cm x 5 = 50 cm). Grundsätzlich sollten Baukonstruktionen im Sanierungsbereich möglichst diffusionsoffen sein, um anfallendes Kondensat möglichst schnell an die Umgebung abzugeben. Die THERMOLUT-DP180 Dämmstoffplatte ist daher unter diesem Aspekt der Diffusionsfähigkeit als sehr gut zu bewerten. Die baubiologische Bewertung von Konstruktionen geht aber immer von der Gesamtwirkung aus, nicht von einem Einzelfaktor wie z.B. dem µ- Wert
µ- Werte von einigen Baustoffen als Beispiel:
Ein Beispiel: Die THERMOLUT-DP180 mit 100 mm Stärke hat einen µ-Wert von 5. Daher hat diese 100 mm dicke Platte nur einen Diffusionswiderstand wie eine 50 cm dicke Luftschicht (10 cm x 5 = 50 cm). Grundsätzlich sollten Baukonstruktionen im Sanierungsbereich möglichst diffusionsoffen sein, um anfallendes Kondensat möglichst schnell an die Umgebung abzugeben. Die THERMOLUT-DP180 Dämmstoffplatte ist daher unter diesem Aspekt der Diffusionsfähigkeit als sehr gut zu bewerten. Die baubiologische Bewertung von Konstruktionen geht aber immer von der Gesamtwirkung aus, nicht von einem Einzelfaktor wie z.B. dem µ- Wert
µ- Werte von einigen Baustoffen als Beispiel:
| Dämmstoffe: | |
| Schilfdämmplatte, drahtgebunden | 1 |
| Schafwolldämmung | 1 |
| Flachsdämmfilz | 1 |
| Steinwolle | 1 |
| THERMOLUT-Holzweichfaserplatte | 5 |
| Korkdämmplatten | 5-10 |
| Polystyrolplatten | bis 150 |
| Trockenbauplatten: | |
| Lehmplatten | 6 |
| Gipskartonplatten | 8 |
| Putze: | |
| THERMOLUT-Lehmputz | 5-10 |
| Gipsputz | 10 |
| Kalkputz | 15-25 |
| Kalkzementputz | 15-25 |
| Kunstharzputz | 50-200 |
| Wandbaustoffe: | |
| (Lehm)Ziegelmauerwerk | 5-10 |
| Normalbeton | 70-150 |
| Holz | 35 |
| Holzwerkstoffplatten | 70-400 |
„pH-Wert“ - Was sagt das aus?
Ein pH-Wert von 7 ist neutral, ein zunehmender Wert zeigt dass eine Substanz immer alkalischer, ätzender wird (Lauge). PH-Werte unter 7 zeigen, dass die Substanz immer sauerer, ätzender (Säure) wird. Echte Lehmputze sind pH-neutral, d.h. sie haben pH-Werte um 7. Das bedeutet, dass THERMOLUT-Lehmputze ohne speziellen Schutz verarbeitet werden können und auch bei der Verarbeitung mit Putzmaschinen keine besonderen Schutzmaßnahmen nötig sind. Mit Kalk, Gips oder anderen aggressiven Substanzen stabilisierte Lehmputz-Imitationen können pH-Werte von 8 bis über 10 erreichen und sind daher nur mit entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen verarbeitbar.
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